We’ve got a naming problem here

Ich konnte es selbst nicht glauben, aber es gibt eine Software, die PERFIDIA heißt. Und es ist auch noch eine Software, die vielen Unternehmen zusätzliche Kosten verursacht und zwar quasi auf Grund einer Gesetzesänderung.
Eigentlich erfrischend, dass hier ganz offensichtlich mal ein Produkt ganz ohne Zutun der Marketing-Abteilung veröffentlicht wird.

Hintergrund: Ab 1.1.2006 müssen alle Unternehmen, die ihre Lohn- und Gehaltsabrechnungen „EDV-gestützt“ durchführen, Daten an die Krankenkassen digital übermitteln (Stichwort: DEÜV).
Das läuft über verschlüsselte E-Mails. Da das gesamte System aus jeweiliger „Fachanwendung“ (also der Software, die zur Abrechnung verwendet wird) und Übertragungssoftware von den Krankenkassen zertifiziert werden muss, ist das für die Softwarehersteller erstmal teuer, denn sie müssen die Zertifizierung ihres Produktes ja bezahlen. Diese Kosten geben sie an ihre Kunden weiter. Für große Unternehmen sicherlich kein großer finanzieller Aufwand, für KMUs aber sicherlich zumindest ein bisschen ärgerlich.

PERFIDIA ist nun ein Modul, das Hersteller von Branchensoftware einkaufen können, damit es die ganze Verschlüsselung übernimmt. Somit muss weniger zertifiziert und weniger programmiert werden – alles wird ein wenig billiger, als es ohne PERFIDIA wäre.
Aber der Kunde hört natürlich erstmal nur „neues Gesetz“, der Softwarehersteller sagt: „Dafür müssen Sie uns mehr Geld zahlen, aber zum Glück setzen wir PERFIDIA ein.“

Ob da niemand drüber nachdenkt?

Übrigens: PERFIDIA ist die Abkürzung für „Powerful Employee Related Flexible Input-driven Data Interchange with Authorities“. Achso.

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